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Kurzer Abriss über die Geschichte des Porzellans

Das Porzellan ist eine chinesische Erfindung. Schon im 6. bis 10. Jahrhundert stellten die Chinesen Porzellan her. Um 1300 nach Christus
verbreitete sich in der Welt die Nachricht über das blütenweiße Material aus China, aus dem die Chinesen Geschirr und Tischschmuck
herstellten. Die Ming-Zeit (1368-1644) kannte neben der kobaltblauen Bemalung auch mehrfarbige Dekors. In Europa wurde das
Exportporzellan der Wan-Li-Zeit besonders bekannt und europäische Fürsten und Könige gaben Unmengen an Geld aus, um das Porzellan
den Chinesen abzukaufen. Denn das Porzellan erschien der adligen Bevölkerung standesgemäßer als die üblichen Holz-, Metall- und Tongeschirre.

Doch das Rezept für die Porzellanherstellung wollten die Chinesen nicht verraten. Mehr oder weniger geglückte Nachahmungsversuche
(Medici-Porzellan) gingen in Europa der Erfindung des Hartporzellans durch Johann Friedrich Böttger und Graf von Tschirnhausen in
Dresden voraus.

Der Gründung der ersten europäischen Manufaktur 1710 in Meissen (Meissner Porzellan) folgten Manufakturgründungen 1717 in Wien,
1746 in Höchst, 1747 in Nymphenburg und Fürstenberg, 1751 in Berlin, 1755 in Frankenthal und 1758 in Ludwigsburg.

In Frankreich bestimmte die Hauptmanufaktur in Sèvres nach 1770 weitgehend den europäischen Porzellanstil. In England haben die
Manufakturen in Chelsea, Derby, Worcester, Liverpool und Swansea im 18. und 19. Jahrhundert vorwiegend Weichporzellan produziert.
Das Kopenhagener Porzellan hatte großen Einfluss auf die russische Porzellankunst, die unter Katharina II. ihre Blütezeit erlebte.